Unglückliche Niederlage für die 3. Frauen

08. November 2025, 15:00 Uhr Vineta Sportarena Barth

SV Motor Barth – SV Warnemünde III (27:26/11:14)

 

An diesem vernebelten Sonnabend bestritt die D3 des SV Warnemünde das zweite Auswärtsspiel dieser Saison mit einem „Rumpfkader“: neun Spielerinnen und keiner aktiven Torhüterin. Kann ja mal passieren, aber leider fand sich die zweite Frauenmannschaft an diesem Wochenende nicht in der Lage auszuhelfen, hatten sie doch am Sonntag ihr Heimspiel gegen SV Strahlsund zu bestreiten.

Also blieb der Mannschaftsverantwortlichen Solveig Peine nichts weiter übrig, als sich selbst zwischen die Pfosten zu stellen🫣. Damit hatten wir wenigstens drei statt zwei Wechselspielerinnen auf der Bank. Denn eins war uns bewusst: dass dieses Spiel kein Leichtes wird. Verfügt SV Motor Barth doch über einen großen und relativ jungen Kader. Trotzdem, wir machten es unseren Gegnerinnen nicht leicht. Und gleich zu Beginn gingen wir 0:1 in Führung (oh gottogott!😱). Bis zur 20. Minute war das gesamte Spiel ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Die jungen Bartherinnen waren ziemlich quirlig und konnten sich ein ums andere Mal über die Außenpositionen durchsetzen. Dafür nutzen wir unsere Erfahrung und Routine, spielten konsequent unsere Kombinationen durch und waren damit sehr erfolgreich. In unserer Auszeit in der 20. Minute beim Spielstand von 7:7 wussten wir, dass wir uns bis zur Halbzeit absetzen müssen, damit wir einen Puffer haben. Also kurze Absprachen untereinander, nächste Spielzüge planen und weiter gings. Tatsächlich funktionierte das gut und durch die Tore von Wiebke und Franzi, sowie durch einen vereitelten 7-Meter der „Ersatz“-Torhüterin, setzten wir uns zum 7:10 ab. Jetzt nahmen die Bartherinnen ihre Auszeit, das Ganze ging ihnen wohl zu schnell. Auch wir konnten jetzt noch mal tief durchatmen. Barth glich bis zur 26. Minute zum 10:10 aus. Aber unsere Mädels kämpften sich wieder davon. Tanita, Franzi und Antje legten noch mal nach und in der Deckung wurden keine Gefangenen gemacht. Halbzeitstand 11:14. Die Stimmung zur Halbzeit in der Kabine eigentlich auf Topniveau und so sollte es auch weitergehen…? Um diese Frage zu beantworten: erstmal ja! Durch die Tore von Tanita, Franzi und Antje – genau in der Reihenfolge -führten wir erstmals mit 6 Toren Vorsprung! 33. Minute 11:17. Jetzt bloß nicht die Nerven und besonders die Kraft verlieren. Es muss uns nur gelingen, diesen Vorsprung zu halten, die Defensive macht dicht und vorn einfach unsere Routine weiterspielen. Was dann plötzlich passierte, verschlug allen die Sprache und führte zum kompletten Schockmoment. Beim Einlaufen und dem Versuch durch die Abwehr zu kommen, verletzte sich Tanita schwer am Knie - Spielunterbrechung. Das sah nicht gut aus und an einen weiteren Einsatz war überhaupt nicht mehr zu denken. An dieser Stelle alles, alles Gute für Tanita und gute Besserung. Hoffentlich ist nichts kaputt gegangen!

Trotz aufmunternder Worte sowie innerer und externer Motivation – der Schock saß tief, was sich in der Konsequenz auf den weiteren Spielverlauf auswirkte. In 10 Minuten trafen wir nur noch zweimal das Tor. Die Bartherinnen dafür umso mehr. 43. Minute Ausgleich 18:18. Und dann fingen wir auch noch eine ungeschickte 2-Minuten-Strafe. Ab da wackelte sich das Spiel über die Zeit. Ausgleich – ein Vorsprung – Ausgleich. So ging es ein paar Minuten hin und her. Der eigene Spielfluss war irgendwie weg. Mittlerweile hatten die Bartherinnen unsere Spielzüge durchschaut und konnten sie unterbinden. Doch mit Willen und Selbstbewusstsein setzten wir uns noch einmal in der 53. Minute mit drei Toren ab, 21:24 der Spielstand und na klar nahmen jetzt die Barther ihre Auszeit. Natürlich um unseren Spielfluss wieder zu unterbinden. Minute 56: wieder Ausgleich 24:24. Die Bartherinnen mogelten sich aber auch immer wieder durch die Deckung und nutzten ihre Chance.

Die letzten Spielminuten glichen einem Krimi. 57. Minute Führung durch Svenja 24:25. Doch gleich im Anschluss der Ausgleich über außen, wobei Solli im Tor über die Außen-Spielerin fiel und rücklings dem Kopf aufs Parkett knallte. Sie sah den Sternenhimmel… Unser Angriff - Ballverlust, dadurch gingen die Bartherinnen in der 59. Minute das erste Mal (!) in Führung. Unsere superstarke Franzi hielt uns aber noch im Spiel 26:26 der Ausgleich. Die letzten 30 Sekunden waren turbulent. Minute 59:45 1-Tore-Führung 27:26 Barth. Wir schneller Angriff, böse gestoppt. Spielunterbrechung – Zeit angehalten. Auf meiner Uhr währen es noch 6 Sekunden gewesen. Die Schiedsrichter jedoch entschieden auf 4 Sekunden. Jetzt ging auch Solli mit vor in den Angriff. Alles oder nix! 9-Meter gestellt für Franzi, Franzi wirft – Ball prallt jedoch ab – Svenja reaktionsschnell und flink nimmt den Ball und wirft! … Schlusssirene! Doch der Ball hatte erst nach dem Signal die Torlinie überquert. Der Handballgott war heute nicht auf unserer Seite, leider…

Das war ein spannender Kampf um Sieg und Niederlage und es ist so schade, dass die 13 Tore von Franzi nicht mehr bewirken konnten, auch weil es ihre Glückszahl ist. Dann der Schock mit Tanita, der saß wirklich tief. Wir schafften es nicht unseren Kopf von diesem Unfall freizubekommen und die Kraft war am Ende weg.

Geschenkt! Es gibt ein Rückspiel.

 

Aufstellung: Judith (1), Michelle, Tanita (2), Franzi (13), Antje (2), Laura, Wiebke (4), Emma (1), Svenja (3) – und Solli im Tor