Spielberichte Saison 2021/2022 | 1. Männer

SV Warnemünde – Mecklenburger Stiere Schwerin II 24:29 (10:16)

SVW-Handballer 30 Minuten ohne Biss und Charakter

WARNEMÜNDE. Ein Sieg mit mindestens sieben Toren Unterschied über die Reserve der Mecklenburger Stiere aus Schwerin hätte den Handballmännern des SV Warnemünde Platz 4 in der Vorrunde und zum Abschluss der MV-Liga-Serie 2021/2022 auch noch vier weitere Vergleiche mit den Dritt- und Viertplatzierten aus der Oststaffel gebracht. Die Lust darauf, schien am Sonnabend bei den Ostseestädtern nicht sonderlich groß zu sein. Sie unter den Youngstern aus der Landeshauptstadt letztendlich mit 24:29 Toren.

„Wenn unsere Spieler vertraglich gebunden wären, könnte der Verein eine Klage anstreben. Was da in der ersten Hälfte von der Mannschaft angeboten wurde, lief schon mehr oder weniger auf ‚Arbeitsverweigerung‘ hinaus“, konnte Trainer Thomas Wienke aus Ärger kaum noch an sich halten. „Wäre da nicht Leon Funke zwischen den Pfosten gewesen, hätte es sogar noch düsterer ausgesehen.“ Die 30-minütige Warnemünder Fehlleistung ohne Biss und Charakter startete mit einem 1:4 (7.) und endete zur Halbzeitpause mit einem 10:16-Rückstand. „Was da an Leistungen in der Abwehr geliefert und an Chancen nach vorne hin leichtfertig vergeben wurde, ging gar nicht. Auch dreimal wurde der Ball vom Siebenmeter-Punkt nicht im Schweriner Gehäuse untergebracht“, legte SVW-Trainerkollege Florian Polkehn noch nach.

Entsprechend gnadenlos fiel die Standpauke in der Pause aus. Sie zeigte Wirkung, denn urplötzlich ein ganz anderes Auftreten der Gastgeber. Warnemünde kam auf 17:17 und 18:18 (42.) heran, aber nie vorbei. Ein „Was wäre wenn …“ erübrigt letztendlich, denn für einen Sieg auch in der erforderlichen Höhe standen 60 Minuten zur Verfügung, die zumindest im ersten Teil nicht genutzt wurden. So bleiben den Handballern von der Warnowmündung in der gesamten Serie nur zwei Erfolge (27:25 und 22:21) gegen den Stadtrivalen HC Empor Rostock II. Die Rostocker sind trotzdem in der Finalrunde um den Landestitel und liebäugeln sogar mit dem Aufstieg in die Oberliga Ostsee-Spree. Der SV Warnemünde darf noch zweimal gegen den Letzten aus dem Osten, voraussichtlich ist es der Stavenhagener SV, um den neunten Platz in der MV-Liga antreten. Beide Warnemünder Trainer saßen nach der Saisonpleite noch lange zusammen und sprachen schon mal darüber, was in der neuen Serie 2022/2023 anders und besser gemacht werden muss.

SV Warnemünde: Leon Funke, Finn Härtel, Gregor Gehrke – John Schmeling 2, Carlo Haufe, Bjarne Lorentzen, Felix Fick 6, Marcus Kalbe 3, Arne Reiser 11/3, Alexander Holst 1, Arvid Staeben, Carl Hochmuth 1, Sebastian Posch, Andre Walter.